Mauerstrasse 10b 13597, Berlin, Germany

+49 (030) 2266 7986 info@papayajack.com

Tattoos und das Copyright – papayajack.com

papaya-jack-copyrights tattoo

papaya-jack-copyrights tattooDas Tattoo gehört dir, das Motiv aber noch lange nicht – Tattoos und das Copyright

Die Entscheidung für ein Tattoo und ein bestimmtes Motiv ist immer persönlich. Das Abwägen von Vor- und Nachteilen des einen oder anderen Motivs steht immer am Anfang: Welches Motiv möchte ich dauerhaft auf meiner Haut haben? Wird es mir auch noch in vielen Jahren gefallen?

Neben diesen Fragen sollte man sich aber auch mit dem Copyright auseinandersetzen, denn mit einem Tattoo ist es komplizierter als es erscheint.

Nicht nur in der Literatur und der Musik greift das Copyright, auch für Tattookunst gilt es.

Hinter jedem Motiv steht ein Künstler, der etwas Einzigartiges geschaffen hat und ihm gehört das Copyright. Mit dem Stechen eines Tattoos erkauft sich der Tätowierte nicht die Rechte an diesem Motiv. Es bleibt geistiges Eigentum des Künstlers. Auch der Tattoo Artist hat diese Rechte nur, wenn er das Motiv selbst entworfen hat.

In diesem Fall räumt der Tattoo Artist dem Tätowierten ein Nutzungsrecht an diesem Motiv ein. Dabei geht es nur um private Nutzung, eine gewerbliche Nutzung ist davon ausgeklammert. Haben Tätowierter und Tattoo Artist das Motiv gemeinsam entworfen haben, gehört ihnen beiden das Copyright.

Soll ein Tattoo kommerziell genutzt werden, bedarf es einer ausdrücklichen Einverständniserklärung des Künstlers. Wird das Einverständnis des Künstlers nicht eingeholt, ist eine Klage so gut wie sicher.

David Beckham ist ein prominentes Beispiel für diese Problematik.

papaya-jack-original-tattoo-design-voncore
Original designed tattoo by Aenn VonCore, VonCore Tattoo in Switzerland

Der ehemalige Fußballspieler wollte eines seiner Tattoos für eine Werbekampagne nutzen, bekam es dann aber mit dem Widerstand seines Tattoo Artists zu tun, der das Tattoo entworfen hatte. In diesem Beispiel ging es um viel Geld, das David Beckham mit der Werbekampagne verdient hätte. Er hätte das Eigentum eines anderen genutzt, ohne das Copyright zu haben. Der Tattoo Artist verweigerte ihm sein Einverständnis und die geplante Werbekampagne war Geschichte.

Wie sieht es aber aus, wenn heute jeder persönliche Fotos auf Twitter oder Facebook veröffentlichen kann und stolz sein neuestes Tattoo präsentieren möchte?

Das oben erwähnte Nutzungsrecht und das Persönlichkeitsrecht des Tätowierten machen es möglich, dass diese Fotos von ihren Tattoos ins Internet stellen können, ohne eine Klage zu befürchten. Natürlich ist es auch dann immer nett, den Künstler namentlich zu erwähnen.

papaya-jack-tattoo-copyright-david-beckham
David Beckham was not allowed from his Tattoo Artist to use one of his tattoos for a commercial

Papaja Jack hat mit vielen Tattoo Artists gesprochen und alle erzählten, dass ihnen mindestens ein Tattoo-Motiv gestohlen wurde.

Trotzdem posten alle weiterhin ihre Arbeiten oder Entwürfe in den sozialen Medien. „Es ist einfacher und billiger auf diesem Weg für sich zu werben. Man erreicht über Instagram mehr Menschen, als über einen Post auf der eigenen Website. Jeder ist bei Facebook. Man bekommt likes von Usern weltweit“, sagt Pam Fatale, „neo traditional“-Artist aus Augsburg.

Aber wie kann man als Tattoo-Artist verhindern, dass die eigene Arbeit gestohlen wird?

papaya-jack-tattoo-copyright-pam-fatale-tattoo
The original tattoo by Pam Fatale

Dasier Navarro rät: „Ich poste immer Fotos meiner Zeichnungen im Internet, um Interesse zu wecken und neue Kunden zu gewinnen. Ich fotografiere die Zeichnungen immer aus unterschiedlichen Winkeln, um Frontalaufnahmen zu vermeiden.

Die verschiedenen Blickwinkel erschweren das Kopieren der Zeichnungen und entmutigen diejenigen, die meine Ideen stehlen wollen.“

Das Verwenden von Wasserzeichen und das Hochladen von Fotos mit geminderter Auflösung macht das Kopieren eines Motivs ebenfalls nicht einfach.

Als Kunde sollte man den Tattoo Artist nie bitten, ein Motiv eines anderen Künstlers oder eines aus dem Internet zu kopieren.

Ein Tattoo ist ein einzigartiges und persönliches Kunstwerk. Wie wäre es, wenn man einer fremden Person begegnet, die das gleiche Tattoo hat? Ein Tattoo, das man selbst sorgfältig ausgewählt hat und das vielleicht sogar eine persönliche Bedeutung hat.

papaya-jack-tattoo-copyrights-copycat-tattoo
Die Kopie von Pam Fatales Tattoo

Wie wäre es, wenn das Tattoo auch noch schlecht und dilettantisch kopiert wurde und die Haut überhaupt nicht mehr schmückt?

Entscheidet man sich für eine bereits existierende künstlerische Arbeit als Motiv, ist es immer ratsam, den Urheber, also den Künstler, um Erlaubnis zu fragen. Die deutliche Veränderung eines bereits bestehenden Motivs und die Berufung auf die künstlerische Freiheit ist der einzige Weg das Urheberrecht nicht zu verletzen und nicht irgendwann dem eigenen „Tattoo-Zwilling“ zu begegnen. Durch die Modifikation ist etwas Neues entstanden, das nur noch an das Original erinnert.

Zu große Ähnlichkeiten können dennoch zur rechtlichen Falle werden.

Also…Inspiration ist gut, Kreativität ist besser.

 

original tattoo by Jason Jacenko and the poorly executed copy of it.
original tattoo by Jason Jacenko and the poorly executed copy of it.
Original Text: Anna R.
English Version: Ricky doValle
Pictures in order of appearance: tattoos by Davinia do Santo Tattoo, Aenn VonCore. David Beckham from his wikipedia page. Tattoo by Pam Fatale and copycat, courtesy from Pam fatale. Tattoo by Jason jacenko, courtesy from 696 Ink Tattoos.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *