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Neue Wege des Tätowierens? 3D Printer X Tattoo Machine – papayajack.com

papaya-jack-3d-tattoo-printer3D-Druck wird als eine der Zukunftstechnologien für die Industrie gehandelt und hat auch im privaten Bereich längst Einzug gehalten.

Wie man diese Maschine auch auf andere Art und Weise nutzen kann, fragten sich französische Design-Studenten während eines Workshops, welcher durch das französische Kultusministerium gefördert wurde.

Die Studenten setzten sich das Ziel, eine Tätowiermaschine zu entwickeln, die mit Hilfe von archivierten Datensätzen Bilder tätowieren kann und somit zuverlässig exakte Ergebnisse erzielt werden können. Eine unruhige Hand, Unerfahrenheit oder mangelndes Talent mancher Tätowierer würden damit nicht mehr einem schönem Tattoo auf der eigenen Haut im Weg stehen.

Während des Workshops hackten die Studenten einen 3D-Drucker ,programmierten ihn für ihre Zwecke neu und ersetzten den Druckkopf der 3D-Maschine durch einen Filzstift. Nach einigen erfolgreichen Versuchen wurde der Stift gegen ein Tätowiergerät ersetzt.

Nach dem Workshop arbeiteten die Studenten weiter an ihrer Idee und testeten die umgebaute Maschine, indem man zunächst auf Silikonhaut erste einfache Tätowierungsversuche durchführte. Die Studenten ließen die programmierte Maschine Kreise tätowieren, um deren Präzision zu überprüfen.papaya-jack-3d-tattoo-printer

Diese Versuche überzeugten alle, so dass in einem nächsten Schritt die erste menschliche Haut von der Maschine tätowiert wurde. Die Herausforderung, vor der die Studenten standen, war die Haut während des Tätowierens straff zu halten um ein präzises Ergebnis zu erhalten, da die Haut eines Menschen viel flexibler ist als die zuvor eingesetzte Silikonhaut.

Man experimentierte mit verschiedenen Methoden, entschied sich aber letztendlich für einen Gummischlauch mit einer Aussparung für die Tätowierung, der über den Arm gezogen wird. Außerdem wurde der Arm auf beiden Seite fixiert, um eventuelles Verwackeln zu vermeiden.

Der Versuch glückte und das Ergebnis war ein exakt tätowierter Kreis auf menschlicher Haut.

Bislang befindet sich das Tätowieren mit der umgebauten 3D-Maschine noch in den Kinderschuhen, einfache Formen können tätowiert werden, ausgereift ist die Technologie aber bisher nicht. Auch ist das Tätowieren mit der Maschine derzeit auf die Arme und Hände beschränkt. Die Studenten entwickeln ihre Maschine weiter, damit in naher Zukunft auch auf andere Körperteile und komplizierte Bilder gestochen werden können.

Das Interesse an der modifizierten 3D-Maschine ist groß, denn Präzision und der Gedanke, in Zukunft Tattoos „in Heimarbeit“ selbst zu stechen, ist für viele erstrebenswert. Gleichzeitig befürchten einige, dass Tätowierer damit ersetzbar werden und um ihren Job fürchten müssen. Die Erfinder der „3D Printer X Tattoo Machine“ wollen jedoch die Tätowierer nicht ersetzen oder den Gang ins Tattoostudio unnötig werden lassen. Ihnen geht es darum, den Tätowierern ein neues Arbeitswerkzeug an die Hand zu geben, an deren Bedürfnisse anzupassen und ihnen damit neue technische Möglichkeiten für ihre Arbeit anzubieten.

Die Entwicklung der „3D Printer X Tattoo Machine“ erscheint revolutionär, bedeutet aber keineswegs das Aus für das jahrtausendealte Handwerk des Tätowierens, sondern lediglich eine technische Weiterentwicklung, ein zusätzliches Werkzeug für den Tätowierer, denn ebenso wie in anderen Kunstrichtungen lebt das Kunstwerk von der individuellen Handschrift des Künstlers und macht es einzigartig.

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Text by: Anna Roloff

Pictures by: Appropriate audiences

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